Luftraum in Deutschland: Die Klassen C, D, E und G erklärt

Von Dimitri Baitinger, Privatpilot seit 2019 · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt

In Deutschland werden nur die Luftraumklassen C, D, E und G genutzt. In C und D brauchst du für den Sichtflug eine Freigabe und Funkkontakt, in E und G nicht. Klasse E beginnt meist bei 2.500 Fuß über Grund, darunter liegt Klasse G. Unter FL 100 gelten in C, D und E 5 Kilometer Flugsicht, darüber 8 Kilometer. Meine Quellen sind ein AOPA Safety Letter von 2016 und ein Text von Paul Jacob, verbindlich sind das AIP VFR der DFS und aktuelle Luftraumkarten.

Der Luftraum über Deutschland ist in Klassen eingeteilt. Sie legen fest, ob du für einen Sichtflug (VFR) eine Freigabe, Funk oder einen Transponder brauchst. Diese Seite fasst die Klassen und die wichtigsten Zonen zusammen. Sie beruht auf zwei Fachquellen. Ich fliege VFR mit meiner PPL(A), die Seite ist aber kein Ersatz für das AIP VFR. Wie du Luftraum in einer App siehst, steht unter SkyDemon. Weitere Themen für Piloten: Als Privatpilot unterwegs.

Deutschland nutzt nur die Luftraumklassen C, D, E und G

Laut AOPA Safety Letter Nr. 26 (August 2016) werden die Klassen A und B in Deutschland nicht genutzt, Klasse F ist eine Übergangslösung unter SERA und wird nicht mehr genutzt. Die Klassen A bis E sind kontrolliert, F und G nicht.

KlasseSichtflug (VFR)Was du wissen musst
CFreigabe und Funkkontakt nötigÜber FL 100 nennt der AOPA-Text zusätzlich Englisch im Sprechfunk, ersten Kontakt über FIS und Flug auf veröffentlichten Strecken
DFreigabe und ständige Funkverbindung nötigNur IFR-Flüge werden gegeneinander gestaffelt, VFR-Flüge erhalten Verkehrsinformation. Kontrollzonen (CTR) sind Klasse D
EWeder Freigabe noch Funk nötigUntergrenze meist 2.500 ft über Grund, in der Nähe von Flugplätzen 1.700 oder 1.000 ft über Grund. Bei IFR-Verkehr rät der AOPA-Text zum Kontakt mit FIS
GKeine Freigabe nötigUnkontrolliert, vom Boden bis zur Untergrenze von Klasse E. IFR-Flüge nur innerhalb einer RMZ

In C, D und E gelten unter FL 100 fünf Kilometer Flugsicht

Für die Klassen C, D (außerhalb der Kontrollzonen) und E nennen beide Quellen dieselben Mindestwerte: unter FL 100 mindestens 5 Kilometer Flugsicht, ab FL 100 mindestens 8 Kilometer. Der Abstand zu Wolken beträgt 1.000 Fuß vertikal und 1.500 Meter horizontal.

In einer Kontrollzone muss die Wolkenuntergrenze nach beiden Quellen bei mindestens 1.500 Fuß liegen und die Bodensicht bei mindestens 5 Kilometern, sonst bleibt nur Sonderflug nach Sichtflugregeln (Special VFR). Für Klasse G nennt der AOPA-Text keine Zahlen. Der Text von Paul Jacob widerspricht sich bei den Mindestwerten in G, deshalb nenne ich sie hier nicht. Schau sie im AIP VFR nach.

Vier besondere Zonen: CTR, RMZ, TMZ und ATZ

  • Kontrollzone (CTR): kontrollierter Luftraum um einen Flughafen, Klasse D. Du brauchst Freigabe und ständige Funkverbindung. Manche Kontrollzonen sind nur zeitweise aktiv (HX). Frag bei FIS oder dem Platz nach, sonst behandle sie als aktiv.
  • Funkpflichtzone (RMZ): vom Boden bis 1.000 ft über Grund um Plätze mit gelegentlichem IFR-Verkehr. Du musst vor dem Einflug rufen, Hörbereitschaft halten und das Verlassen melden.
  • Transponderpflichtzone (TMZ): Einflug nur mit eingeschaltetem Transponder, normalerweise mit Code 7000. Manche TMZ verlangen zusätzlich Hörbereitschaft und Höhenübertragung.
  • Flugplatzverkehrszone (ATZ): Ein- und Ausflug brauchen Erlaubnis, der Einflug ist nur zur Landung gestattet. Frankfurt-Egelsbach bekam 2016 die erste ATZ in Deutschland.

Dazu kommen Flugbeschränkungsgebiete (ED-R). Wenn sie aktiv sind, ist der Einflug verboten. Prüfe vorher bei FIS, ob sie aktiv sind.

Vor dem Flug: Karte, NOTAM und FIS

Die Quellen sind von 2016 und 2021 (das Datum des Jacob-Textes steht im Dateinamen), Luftraum ändert sich. Nimm deshalb für die Planung eine aktuelle Luftraumkarte oder Navigations-App, lies die NOTAM und frag bei Zonen mit wechselnder Aktivität bei FIS nach. Das ist meine Empfehlung, keine Pflichtliste.

Häufige Fragen

Welche Luftraumklassen gibt es in Deutschland?

Genutzt werden C, D, E und G. Die Klassen A und B kommen in Deutschland nicht vor, F wird nicht mehr genutzt.

Brauche ich in Luftraum E eine Freigabe?

Nein. Im Sichtflug brauchst du in Klasse E weder Freigabe noch Funk. Der AOPA-Text rät aber zum Kontakt mit FIS, wenn IFR-Verkehr zu erwarten ist.

Ab welcher Höhe beginnt Luftraum E?

Meist bei 2.500 Fuß über Grund. In der Nähe von Flugplätzen mit IFR-Verfahren liegt die Untergrenze bei 1.700 oder 1.000 Fuß über Grund.

Welche Sicht brauche ich im Sichtflug?

In C, D (außerhalb der Kontrollzonen) und E unter FL 100 mindestens 5 Kilometer Flugsicht und darüber 8 Kilometer, mit 1.000 Fuß vertikalem und 1.500 Metern horizontalem Wolkenabstand. In einer Kontrollzone zusätzlich 1.500 Fuß Wolkenuntergrenze und 5 Kilometer Bodensicht.

Was bedeuten RMZ und TMZ?

RMZ ist eine Funkpflichtzone: Du musst vor dem Einflug rufen und hören. TMZ ist eine Transponderpflichtzone: Du fliegst nur mit eingeschaltetem Transponder ein.

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